Die Gründung der WG Abtenau erfolgte im Jahr 1910, der erste Obmann war Josef Aumüller, sein Stellvertreter Anton Windhofer. Schriftführer war Herr Billandt, im Aussschuss vertreten waren Lorenz Erlfelder und Matthias Buchegger. Um die Versorgung des Marktes mit Trinkwasser zu gewährleisten wurde nach Quellen gesucht und die Kohlhofquellen gefasst.
Die Mitgliederanzahl im Jahr 1911 betrug 68, die Beiträge sehr hoch, ebenso wie der Schuldenstand. Durch den Krieg wurden die Schulden aufgehoben, in den Jahren 1913 bis 1921 gibt es keine Aufzeichnungen.
Im Jahr 1926 war das Wasser bereits knapp und eine kleinere Quelle zur Kohlhofquelle zugeleitet, die Planung zur Erschließung der Seethalquelle startete. Die Umsetzung war jedoch erst 1938 möglich, da vorher das Geld nicht aufgebracht werden konnte. Es wurde auch ein Pumpwerk errichtet um das Wasser zum Kircheggbehälter zu bringen.
Die erste Ausschussitzung nach dem 2. Weltkrieg fand am 16.12.1945 statt. Dringendes Ziel war das finden neuer Quellen und die Sicherstellung der Finanzierung der Wassergenossenschaft.
Im Eggenreitgebiet wurden 10 Quellen gefunden, von denen auch heute noch 5 gefasst sind. Die Grabung der Leitungen erfolgte per Hand in 1,20m Tiefe. Es wurden Behälter in Eggenreit und Kirchegg errichtet.
Das Pumpwerk in Seethal wurde 1949 aufgrund der hohen Stromkosten abgeschaltet. Es erfolgten Erweiterungen außerhalb des Marktes mit der Fischbachreit- und Reisenpoint-Leitungen. Die Leitung und der Hochbehälter Schratten musste von den Interessenten selbst errichtet werden.
Im Jahr 1956 war das Wasser wieder sehr knapp, um den Verbrauch ermitteln zu können wurden gegen den Widerstand der Großverbraucher bis 1960 überall Wasserzähler eingebaut.
Zur Erhöhung der Wasserreserven wurde 1963 ein dritter Behälter beim Kirchegg mit einem Fassungsvermögen von 120³ errichtet. Trotzdem kam es zu Wasserknappheit in den Jahren 1963/1964 wodurch der Dachserfall als neue Bezugsquelle in Betracht gezogen wurde. Von der Quellfassung wurde jedoch vom geologischen Sachverständigen abgeraten. Umgehend wurde die Besichtigung der Greimelhofquellen geplant und die Verhandlungen mit den Besitzern gestartet. Der Kauf erfolgte 1965, mit dem Bau wurde 1968 begonnen.
1969 wurde mit dem Bau der Hauptleitung Greimelhof gestartet, dadurch kam es in diesen Jahren zu vielen Ausschusssitzungen und Bauausschusssitzungen, die Wasserrechte wurden abgelöst und die Wasserleitung nach Lindenthal gebaut.
1970 wurde der Schrattenbehälter errichtet und die Leitungen außerhalb des Marktes erweitert. Durch die neue Siedlung im Bereich Kirchegg und Neuwirtsfeld musste ein Behälter im Kohlhof erreichtet werden. Der Mösleitenbehälter wurde 1978 errichtet, 1981 der Hochbehälter Fischbach. Die Kollaudierung der Leitungen und Behälter Greimelhof und Fischbach erfolgte 1983. Es wurden auch Wasserrechte am Zwieselbach erworben.
1984 feiert die Wassergenossenschaft ihr 75-jähriges Bestehen und umfasst 495 Mitglieder mit 585 Anschlüssen. Die Versorgung erfolgt über 21km Leitungsnetz und 7 Hochbehälter mit 798³ Fassungsvermögen.
Im Bereich Kaiserötz wurde 1987 ein Behälter errichtet. Da die Wasserqualität im Bereich Kohlhof teilweise nicht entsprach, wurde eine Verbindungsleitung zur Ochsenfeldsiedlung hergestellt, wo das Wasser ausgeleitet wurde.
1990 wurde das Leitungsnetz weiter vergrößert, die Quelle Kohlhof saniert und das Wasserbezugsrecht bei den Greimlhofquellen erweitert.
In den folgenden Jahren folgte die Aufschließung des Fischbachdorf ebenso wie die Sanierung der Kircheggbehälter. Das neue Magazin der Wassergenossenschaft wurde 1993 bezogen, 1996 erfolgte die Errichtung einer Lagerhütte beim Kirchegg.
Um die Hochzone besser abzusichern, wurde 1998 ein zweiter Hochbehälter Schratten errichtet.
Durch die Größe und Anzahl der Projekte war die Kassa der Wassergenossenschaft stark belastet und in den folgenden Jahren konnten nur die nötigsten Arbeiten erledigt werden.
Die Satzungen aus dem Jahr 1959 wurden überarbeitet und eine Wasserleitungsordnung ausgearbeitet, diese wurden 1999 auch bei der Jahreshauptversammlung beschlossen.
Die Pfarrquellen am Breitenberg hatten immer wieder Wassertrübungen, deshalb wurde 2003 eine UV-Anlage eingebaut. Auch bei den Eggenreitquellen wurde 2005 eine UV-Anlage eingebaut, bevor sie im August 2006 saniert und neu gefasst wurden. Anfang 2009 wurde die fast 100 Jahre alte Leitung zum Reisenpoint erneuert.
2010 wurde eine UV-Anlage beim Kohlhofbehälter eingebaut und die Wassergenosseschaft feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Die 721 Mitglieder haben insgesamt 798 Anschlüsse. Das Leitungsnetz ist auf 30km gewachsen und 8 Hochbehälter mit 1040m³ versorgen ca. 3.000 Einwohner. Pro Jahr werden ca. 200.000m³ Wasser verbraucht.
Im Jahr 2011 wurde Josef Sandtner als Wassermeister angestellt und das erste Firmenfahrzeug angeschafft, in den folgenden Jahren wurden zahlreiche Neuverlegungen und Sanierungen durchgefürt. 2017 verlässt Josef Sandtner die WG Abtenau, Georg Reschreiter wird als Wasserwart angestellt. Die Quelle Greimelhof wird neu gefasst und es werden Überwachungsanlagen in die Hochbehälter eingebaut.
2020 erfolgt die Verlegung der Heilwasserleitung zum Guggenberg-Schledt, in den folgenden Jahren werden weiterhin große Teile des alten Leitungsnetzes saniert. Durch zahlreiche neue Bauprojekte ist die Sicherung der Wasserversorgung sehr wichtig und es werden zahlreiche Neuanschlüsse hergestellt. 2022 wird Ewald Gsenger zum Obmann gewählt, der Leitungsbau geht in den folgenden Jahren weiter und es werden zahlreiche Projekte realisiert, wie das Wohnbauprojekt Leitgöb.
2025 wird Ewald Gsenger erneut zum Obmann gewählt, Josef Quehenberger wird als zusätzlicher Wasserwart halbtägig angestellt. Es folgen weitere größere Projekte um Anschlüsse zu erneuern bzw. herzustellen, es wird auch zusätzlicher Grund gekauft um die Erneuerung der Greimelhofquelle zu ermöglichen.
2026 ist das Leitungsnetz ca. 74km lang und wird aus 7 Hochbehöltern versorgt. Der Trinkwasservorrat beträgt etwa 1035m3 und der Tagesverbrauch im Mittel 530m3.